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Forum beleuchtet Einsparpotenziale in der Produktion

Den Stromsündern geht es an den Kragen

Von der Planung bis zur Umsetzung: In zehn Vorträgen wurden alle Aspekte eines zeitgemäßen Energiemanagements beleuchtet
Von der Planung bis zur Umsetzung: In zehn Vorträgen wurden alle Aspekte eines zeitgemäßen Energiemanagements beleuchtet
In einer Ausstellung konnten sich die Forumsteilnehmer zu verschiedenen Sparmaßnahmen informieren Bilder: Industrieanzeiger
In einer Ausstellung konnten sich die Forumsteilnehmer zu verschiedenen Sparmaßnahmen informieren Bilder: Industrieanzeiger
Das Thema Energieeffizienz ist allgegenwärtig – nicht erst seit dem von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg. Wie die Industrie zu einem sparsameren Umgang mit Energie kommen kann, erläuterten Experten aus Unternehmen und Instituten auf dem Forum „Energieeffizienz im Produktionsbetrieb" in Stuttgart.

Mit welchen technischen Maßnahmen kann der Stromverbrauch einer Fertigung wesentlich gesenkt werden? Welche Vor- und Nachteile bieten so genannte Energiemanagementsysteme? Und wie soll das ganze überhaupt finanziert werden? Auf diese und andere Fragen erhielten die Teilnehmer des vom Industrieanzeiger präsentierten Forums, das am 18. Oktober 2011 in Stuttgart stattfand, konkrete Antworten. Zehn Referenten aus verschiedenen Unternehmen und Instituten zeigten in ihren Vorträgen Wege aus der Energiekostenfalle auf.

Dabei wurde deutlich, dass Betriebe ihren Verbrauch nur senken können, wenn sie diesen auch zu hundert Prozent im Blick haben. Dass man dafür nicht gleich in eine kostenintensive Komplettlösung investieren muss, machte Sven Sütterlin vom Steuerungstechnik-Spezialisten Saia Burgess deutlich. Er präsentierte den Forumsteilnehmern ein Energiemanagement, das in vielen kleinen Schritten zum schnellen Erfolg führen soll.

Doch bei welchen der zahlreichen Komponenten einer Produktion sollten Unternehmen den Energiesparhebel zuerst ansetzen? Antworten darauf lieferten im Rahmen des Forums Heiko Flurschütz vom Pumpenhersteller KSB und Jürgen Schmid von der Aerzener Maschinenfabrik. Sie machten deutlich, dass vor allem die Antriebstechnik ein hohes Einsparpotenzial birgt. Dabei gelte es nicht nur, Geräte wie Motoren, Pumpen und Kompressoren gezielt zu überwachen und zu warten, sondern bereits bei der Anschaffung auf die richtige Auslegung zu achten, so die beiden Experten.

Hohe Einsparpotenziale stecken nicht nur in der Anlagentechnik. Auch die Hallen, in denen die Fertigungslinien untergebracht sind, bieten Möglichkeiten zum Energiesparen. So kann unter anderem der Einsatz von moderner Klimatechnik den Stromverbrauch deutlich senken. Praktische Beispiele dazu lieferte Uwe Barth vom Gebäudetechnik-Spezialisten Colt.

Viele Industriebetriebe scheuen den Einstieg in eine energieeffizientere Produktion aufgrund der Investitionskosten. Dabei gibt es zahlreiche Fördertöpfe, auf die sie zugreifen können. Mit Walter Schiller von der KfW Bankengruppe bot das Forum auch hier einen kompetenten Ansprechpartner.

Für Durchblick im Energieeffizienz-Dschungel soll eigentlich die DIN-Norm „EN 16001" sorgen. Doch für einige Unternehmer ist das Regelwerk nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Was hinter der Norm steckt und welche Hürden für eine Zertifizierung zu überwinden sind, erklärten Eric Nagel von der Energiemanagement-Sparte des Bauriesen Hochtief und Dr. Michael Bunk vom TÜV Süd.

Abgerundet wurde das Forum durch eine Ausstellung. Hier konnten sich die Teilnehmer einige der in den Vorträgen präsentierten Lösungen praktisch vorführen lassen. Darüber hinaus bot der Ausstellungsbereich Raum für Diskussionen und Erfahrungsaustausch.

· Sven Böckler sven.boeckler@konradin.de

08.11.2011


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