- Forscher des Exzellenzclusters Cotesys an der TU München (TUM) tüfteln an einer sensiblen Haut für Roboter. Mit Hilfe von kleinen sechseckigen Plättchen sollen Roboter Wärme oder Berührungen spüren. Ein einzelner Roboterarm ist bereits teilweise mit den Sensoren bestückt und beweist, dass das Konzept funktioniert.
Sensible Haut für Roboter
Die Kunsthaut soll dem Roboter taktile Informationen liefern und so seine Wahrnehmung über seine Kameraaugen oder Greifhände ergänzen. Wenn der Roboter an einen Gegenstand stößt, könnte dies zu einem spontanen Zurückweichen führen oder dazu, dass die Maschine erst einmal mit ihren Kameraaugen nach der Ursache der Berührung forscht.
Herzstück der Roboterhülle ist ein gut fünf Quadratzentimeter großes, sechseckiges Plättchen. Auf der kleinen Platine stecken vier Infrarot-Sensoren, die alles registrieren, was einen Abstand von einem Zentimeter unterschreitet. „Wir simulieren damit leichte Berührungen", erklärt TUM-Wissenschaftler Philip Mittendorfer. Hinzu kommen sechs Temperatursensoren sowie ein Beschleunigungssensor, mit dem die Maschine lernen kann, welche Körperteile sie gerade selber bewegt.
Plättchen für Plättchen aneinander gesteckt gibt das Ganze ein bienenwabenartiges Gebilde, das den Roboter vollständig überziehen wird. Noch ist zwar erst ein kleines Hautstückchen fertig: 15 Sensoren, mindestens einer auf jedem Segment eines langen Roboterarms, zeigen jedoch, dass das Prinzip funktioniert: Schon ein leichtes Tätscheln oder Pusten sorgt dafür, dass der Arm reagiert. „Wir werden einen Prototypen generieren, der völlig mit diesen Sensoren umschlossen ist und ganz neu mit seiner Umwelt interagieren kann", gibt Mittendorfers Doktorvater Prof. Gordon Cheng vor.
Zukunftsweisend am Konzept sind jedoch nicht allein die Sinnesleistungen, sondern dass solche Maschinen es einmal mit einer ureigensten neurobiologischen Fähigkeit des Menschen aufnehmen könnten: selber eine Vorstellung von sich zu gewinnen.
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